Vom normalen Altag auf Kurs „TOD“ in 10 sec.........

Oder, wie reagiert man auf die Aussage vom Arzt: schön das wir sie wieder bei uns

haben, die Chance war 50/50........... 

 

Hi,

einige von euch haben vielleicht schon am Rande etwas mitbekommen.

Ich, habe auf jeden Fall das Bedürfnis hier noch mal meineGedanken

nieder zu schreiben um es vielleicht auch für mich selberbesser

zu verarbeiten.

 

Am Samstag, d. 09.02.2012 begann der Tag eigentlich wiejeder andere Tag auch.

Ich habe einige Dinge zu hause erledigt, es ist gerade mal12:00 Uhr.

Plötzlich durchfährt mich ein Schmerz im gesamten Bauchbereich.Wer mich kennt weiß: davon hat der Benki ne Menge.

 

Puh, das aber ganz schön heftig und ich entschied mich denärztlichen Notdienst anzurufen. Gesagt getan, in ca. 2 Std. sollte dieser beimir sein. 2 Std., das halt ich nicht aus. Nach ca. 45 Minuten und keinerleiVerbesserung der Lage rief ich die 112. Kaum aufgelegt stand plötzlich derärztliche Notdienst im Haus. Die Ärztin nahm kurz entschlossen ihr Handy, riefebenfalls die 112 an und sagte den Notfall ab. Meine Frau hatte ihr kurz zuvordavon erzählt. Rs handelt sich nur um etwas Übelkeit, da bräuchte man keinenNotarztwagen.

Sie bat mich in die Stube und spritzte mir ein Medikament.Das schlug aber nicht an, die Schmerzen waren unerträglich. Sie wollte nocheine halbe Std. warten ob es besser wird,

aber den Zahn konnte sie sich gleich selber ziehen. „Ichwill ins Krankenhaus“ schrie ich!

Von all dem was rings um mich herum geschah bekam ich kaumnoch etwas mit. Irgendwo weinte meine Tochter, das tat mir so unendlich leid.

 

Es ging also ab mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

 

In der Notaufnahme des Albertinen Krankenhauses reagiertendie Ärzte und Schwestern

für mein Gefühl hervorragend. Man kümmerte sich sofort ummich und leitete alle notwendigen Maßnahmen sofort ein. Nur fand man leidernicht die Ursache für die Schmerzen. Ja sie sind da aber warum???? Ich wurdegegen Abend auf eine Notfallstaion gebracht, auch dort kümmerten sich allewunderbar um mich ich hatte immer das Gefühl: Ja, hier wird man dir helfen. AmSonntag einige Ultraschall und Röntgenuntersuchungen und immer wieder Schmerzmittel.

 

Am Montag Morgen war wohl mein großes Glück das es jedenMontag eine große Röntgenkonferenz mit allen Ärzten/Prof./ und sonstigenwichtigen Menschen in diesem Krankenhaus gibt.

Nachdem der Prof. der Inneren Abteilung meine Bilder gesehenhatte ging viele blitz schnell. Noch mal kurz auf den Bauch schauen, einigeChirurgen incl., OP Termine für diesen Tag etwas verändern und ab untersMesser.

 

Um 17:00 Uhr wurde ich dann in den OP geschoben und um 17:05Uhr wieder raus.

Notfall, extrem schlimm, ich muss warten.

Gegen 20:30 Uhr dann der 2. Versuch und Leute ich sag eucheins: Ab hier, fehlen mir einige Tage und Stunden.

Bruchstückhafte Erinnerungen an einige Situationen aufIntensiv kommen ab und an mal durch aber mehr auch nicht. Nach einigen Tagenauf Intensiv, kam ich auf Station. Aber auch der Transport dorthin und dieerste Zeit fehlen mir vollkommen. Andrea sagte mir, das ich nur da gelegenhätte und stur an die Decke gestarrt habe. Was ich erzählte, war auch nichtgerade gut verständlich.

Aber als man die Medikamente etwas reduzierte, wurde ichklarer und es ging auch immer besser voran.

 

„Was war nun eigentlich los, was hat man mit mir gemacht?“

Ich selber habe nur noch im Sinn: „Herr Benkstein, wenn sieaufwachen und haben

nur 3 kleine Schnitte wie bei einer Bauchspiegelung, dannwar es nicht so schlimm.

Sollte es aber eine längere Narbe sein, so mussten wirbedeutend mehr machen.

 

Was soll ich sagen, ca. 40 cm zieren nun meinen Bauch vonlinks nach rechts.

Ich erfuhr, das ca 1 Meter meines Dünndarms entzündetgewesen sind und auch

ein Teil eitrig geplatz war. Dieser Eiter hatte sichnatürlich im Bauchraum verteilt.

Der Doc der mich operiert hat, war aber sehr guter Dingealles prima in den 5 Std.

OP Zeit hinbekommen zu haben.

Meine Frau hat mir noch berichtet, das der Doc noch amDienstag in der Früh gleich nach der OP mit ihr telefoniert hat. In diesemGespräch hat er ihr noch einmal gesagt

wie schlimm es tatsächlich war und es wirklich 50/50 stand.

 

Im Krankenhaus erholte ich mich recht gut. Immer über dieSeite aus dem Bett rausdrehen, keine Belastung auf den Bauch bekommen und vielliegen.

 

Plötzlich wurden auch ratze fatze alle Schläuche die noch inmeinem Körper steckten entfernt, war das angenehm. Als dann noch die Visite kamund der Oberarzt sagte: Dann werden sie wohl auch am Mittwoch nach hausekönnen.! da war ich voll verstört.

Mittwoch, heute ist Montag wie soll denn das bitte schöngehen? Es half alles nichts, der Mittwoch kam immer näher und somit auch meinEntlassungstag.

 

Am Tag meiner Entlassung war noch einmal Chefarzt-Visite.Die Herren Doktoren schauten alle noch einmal auf meinen Bauch und nickten derEntlassung freudig zu: Sieht doch alles gut aus, schonen sie sich ordentlich zuhause und dann ab auf die Kur.

Die Kur oder besser gesagt heisst es:Anschlussheilbehandlung, diese wollte man mir zwar gönnen aber es gab da dieklitzekleine Schwierigkeit das ich erst 48 Jahre jung bin.

Wäre mein Befund in Sachen Krebs positiv, gebe es keineDiskussionen. Aber nur weil da son Meter Darm raus musste und durch dieBauchfellentzündung mein Leben auf der Kippe stand eine Kur, na da müssen wirnoch einmal draufschauen. Essenumstellung, Gewichtsreduzierung, PsychischeBelastungen etc., alles das kann man nicht mal eben so

bewältigen und schon wurde die Kur genehmigt.

 

Am 07.03.2013 geht es in Mölln los und dann bis zum28.03.2013. Früher keine Chance, da war alles ausgebucht.

 

Nun bin ich einige Tage zu hause und muss euch wirklichsagen: Es ist wahnsinnig anstrengend. Ich habe eine super Unterstützung durchmeine liebe Frau und meine süße Tochter. Natürlich auch durch den Rest meinergesamten Familie.

 

 

Sonntag, 24.02.2013

Heute bin ich sehr früh aufgewacht. Die Nacht habe ich malwieder trotz Schlaftablette nicht durchgeschlafen. Sonntag, was macht man aneinem Sonntag? Ach ja, meine Fäden müssen ja gezogen werden. Ein kurzer Anrufim Krankenhaus, ein sehr netter Krankenpfleger am Telefon: Komm vorbei, keinProblem ich zupf dir die Fäden schnell raus. Gesagt getan, um 12:00 Uhr imKrankenhaus etwas rumjaulen (ja einige Fäden waren echt heftig) und um 12:30Uhr wieder zu hauseJohne Fäden versteht sich. Durch Zufall war der Doc der mich operiert hat geradeauf Station und hat auch noch mal über die Wunde geschaut, alles bestens.

 

 

Vieles will man aber einfach mal selber schaffen. So machteich mich heute, Montag 25.02.3013 einmal daran in der Küche 2 Töpfeabzuwaschen. Ihr werdet es nicht glauben, nach einem Topf mit Deckel aber ohneabtrocknen war ich fix und fertig.

Man deckt sich ja auch, oh schön zu hause, schön Fernsehenoder am Computer daddeln.

Vielleicht auch coole Filme schauen und das machen, wozu mansonst einfach keine Zeit hat. Quatsch mit Soße. Ich kann den Fernseher einfachnicht mehr sehr. Am PC mach ich nur das notwendigste. Hörspiele um einschlafenzu können ist das höchste der Gefühle.

Am liebste den ganzen Tag schlafen! Das geht aber auch aufden Rücken und über diesen wiederrum in die Beine. Jetzt werden vom liegenmeine Oberschenkel müde und schlafen einLDas muss ich nun morgen auch erst einmal mit dem Hausarzt abklären.

Drei Termine morgen: Zahnarzt, Hausarzt und Neurologebzw. Orthopäde, geht die Zeit wenigstens rum.